Ein Leben nach Pokémon
Game Freak, die Macher von Pokémon, haben sich an etwas ganz anderes gewagt: ein düsteres Action-RPG in einem postapokalyptischen Japan. Man spielt Emma, die zusammen mit ihrem Wolfsgefährten Kuu durch eine von Korruption zerfressene Welt zieht, um die titelgebende Bestie zu bezwingen.
Was Matze gefällt
Das Kampfsystem ist wirklich stark. Es setzt stark auf Parieren, erinnert dabei an Sekiro, und macht durch die vielen Build-Möglichkeiten richtig Laune. Auch grafisch kann sich das Spiel sehen lassen, die Umgebungen sind stimmungsvoll gestaltet und die Charaktere haben einen eigenen, stylischen Look. Die Inszenierung, gerade bei den Bosskämpfen, ist ordentlich in Szene gesetzt und sorgt für einige richtig packende Momente.
Was Matze stört
Weniger überzeugend findet Matze die Dialoge. Die ziehen sich teilweise ziemlich zäh dahin und wiederholen sich zu oft, das bremst den Erzählfluss spürbar. Insgesamt schlägt das Spiel einen sehr melancholischen, fast schon depressiven Ton an, der nicht jedem liegen dürfte. Auch beim Soundtrack ist Matze zwiegespalten, die japanisch geprägte Musik wirkt für Matzes Geschmack oft eher zäh und wenig mitreißend, statt die Atmosphäre wirklich zu tragen.
Unterm Strich ist Beast of Reincarnation für Matze ein Spiel mit zwei Gesichtern: Kampfsystem und Optik top, Story-Tempo und Stimmung eher Geschmackssache. Erhältlich ist es für PS5, Xbox Series X und PC.
Wir werden alle sterben!
Wild gewordene KIs? Ja genau. Zuletzt bei OpenAI. Kurz gesagt, die wollten ein neues Hacking Modell testen, NATÜRLICH in einer Sandbox. Und das drin bring eifach aus und hackt sich so lange durch das unternehmen, bis es endlich ins Internet kommt. Und hackt dann eine Seite, die beim Lösen des Rätsels helfen soll… Das ist genau der Grund wieso ich nett zu meinen Agenten bin…
Voll auf die Fr****
Diese Woche hat Matze sich “The Furious” angeschaut, den Hongkong-Martial-Arts-Actionfilm von Regisseur Kenji Tanigaki aus dem Jahr 2025. Die Geschichte ist erstmal klassisches Genre-Handwerk: Der Handwerker Wang Wei sucht nach der Entführung seiner Tochter Hilfe, wird von der korrupten Polizei im Stich gelassen und tut sich mit dem kompromisslosen Journalisten Navin zusammen, um es mit einem übermächtigen Verbrechernetzwerk aufzunehmen. Klingt bekannt? Ist es auch – Rache, verschwundene Angehörige, zwei ungleiche Männer, die sich zusammenraufen. Genau diese vertrauten Zutaten nutzt der Film aber nur als Gerüst.
Was “The Furious” für Matze wirklich von der Masse abhebt, ist die Kompromisslosigkeit seiner Kampfszenen. Fast die komplette Laufzeit von knapp zwei Stunden ist mit Fausthieben, Tritten und brutalen Konfrontationen gefüllt. Die Choreografie stammt von Kensuke Sonomura, und Tanigaki hat bewusst auf Stuntdoubles und CGI verzichtet – die Darsteller bringen echte Kampfkunst-Hintergründe mit und führen die Aktionen tatsächlich selbst aus. Ein Beispiel: Für die finale Konfrontation in einer Polizeistation wurde 18 Nächte gedreht, mit fünf Kämpfern aus drei verschiedenen Teams, die jeweils ihre eigenen Stile einbringen.
Kritiker feiern das Ergebnis regelrecht. Manche nennen “The Furious” die beste reine Actionfilm-Erfahrung seit Jahren, andere sprechen von der besten Kampfchoreografie, die sie je in einem Martial-Arts-Film gesehen haben. Auch die deutsche Presse betont die brutale, aber stark choreografierte Inszenierung, weshalb der Film hier erst ab 18 freigegeben ist. Wer also handgemachte, kompromisslose Action ohne viel CGI-Schnickschnack sucht, dem legt Matze diesen Film ans Herz.
KI im Film – mal wieder
Nicht das erste mal, dass jemand versucht eine Film mit KI zu drehen. Nun ist es aber auf ein mal ein Name, der durchaus ein Begriff ist. Neill Blomkamp (District 9, Chappie, Elysium) befürwortet es und hat direkt mal vorgelegt. Nightborne, ein SciFi-Horror ist auf YouTube zu sehen. Der Film ist komplett mit Seedance 2.0 erstellt, es waren aber echte Menschen daran beteiligt (als Concept Artists).
Träume
Marteria und sein Sohn Luzey haben mit “Endlich normale Träume” ihren zweiten gemeinsamen Track veröffentlicht, und ich muss sagen: der Song hat richtig Wumms. Am 21. August 2026 ist das Stück offiziell erschienen, produziert von Roland Knauf, Henrik Miko und Arcane.
Worum es geht
Textlich zieht Marteria eine Verbindung zu Martin Luther King und dessen berühmtem Traum, nur dass er selbst “tausend” Träume hat, seit er ein Kind war. Das ist für mich der Kern des Songs: die Sehnsucht nach etwas Einfachem, Normalem, nachdem man jahrelang im Rampenlicht stand.
Die Energie des Tracks
Was mich an dem Song wirklich packt, ist die Mischung aus Melancholie und Aufbruchsstimmung. Man hört förmlich, wie zwei Generationen aufeinandertreffen: der erfahrene Rapper Marteria, der schon seit über einem Jahrzehnt Alben rausbringt, und Luzey, der mit 18 Jahren seinen eigenen Weg sucht. Das Musikvideo dazu, veröffentlicht auf YouTube und mix1.de, unterstreicht diese Vater-Sohn-Dynamik visuell noch mal richtig gut.
Warum mich das interessiert
Für mich als Familienmensch ist besonders spannend, wie offen Marteria über seine frühe Vaterschaft spricht. Er wurde in seinen frühen 20ern ungeplant Vater, und Luzey ist heute selbst Musiker unter eigenem Künstlernamen. Schon 2010 gab es mit “Louis” einen ersten Song über seinen Sohn, jetzt schließt sich mit “Endlich normale Träume” quasi ein Kreis.
Wer Deutschrap mag und Bock auf ehrliche, generationsübergreifende Texte hat, sollte da definitiv reinhören. Ich fand’s auf jeden Fall ein schönes Stück Popkultur zum Diskutieren.
Neue Zock Hardware
Diese Woche geht’s um ein Gamepad, das Matze sich für sein iPad angesehen hat: den Memo S3 Tablet Controller. Das Teleskop-Gamepad ist speziell für Tablets gebaut und passt Geräte zwischen 153 und 276 Millimeter Breite ein, damit ist es ideal für alles bis 11 Zoll, teilweise sogar für 12 Zoll bei schmalen Displayrändern. Mit rund 195 Gramm Gewicht und ausgestattet mit Heat-Sink für lange Sessions bleibt das Ding auch bei intensiven Runden angenehm kühl.
Was den Memo S3 für Matze besonders praktisch macht, ist die doppelte Verbindungsoption. Über USB-C lässt sich das Pad direkt und verzögerungsfrei ans iPad anschließen, alternativ funktioniert die Verbindung auch komplett kabellos per Bluetooth. Genau diese Flexibilität zahlt sich bei den Diensten aus, für die Matze das Pad eigentlich haben wollte: Xbox Cloud Gaming, PlayStation Remote Play und Steam Link laufen alle problemlos. Auch für Retro-Fans ist das Gamepad interessant, da native Controller-Unterstützung für Emulation und damit auch für RetroArch gegeben ist.
Zusätzlich bringt der Memo S3 Hall-Effect-Joysticks mit, die Stick-Drift von Anfang an verhindern, sowie lineare Hall-Trigger für mehr Präzision in Renn- und Shooter-Games.
Für alle, die ihr Tablet zur mobilen Konsole umfunktionieren wollen, ohne bei Cloud-Diensten oder Emulation Kompromisse einzugehen, ist der Memo S3 laut Matze definitiv eine Empfehlung wert.
Steam Machine selber bauen?
Es ist bis heute einer der größten unterschiede zwischen Windows und MacOS. die hardware Kompatibilität. Windows läuft auf fast allen Geräten und muss deshalb viel mehr Kompromisse machen als MacOS, das nur auf spezifischer Hardware läuft. Steam macht es auch so, dass sie Hardware und Software gemeinsam verkaufen, doch nun öffnet Valve SteamOS für Eigenbau-Projekte. Damit kommt man in den Genuss der optimierten Oberfläche, hat aber die Möglichkeit bei der Hardware so viel oder so wenig rein zu packen, wie man möchte. Wer Schnäppchen ergattert, kann sich so eine günstigere SteamMachine bauen, wer performance will, kann ordentlich ran glotzen. Checkt aber vorher bitte die kompatible Hardware.
That’s all folks
In eigener Sache: Freunde des gepflegten Podcast: Peppi und Matze hören nach 16 Jahren Sag was! auf. Nicht weil wir keinen Bock mehr haben, nicht weil wir uns zerstritten haben, einfach weil irgendwie die Luft raus ist und weil man immer aufhören soll, wenn es am Schönsten ist. Also, freut Euch auf eine letzte Folge, voraussichtlich im Oktober. In dieser werden wir nochmal ein wenig rekapitulieren, was die letzten 16 Jahre so passiert ist.
Der Podcast als Blogbeitrag
Diese Ausgabe startet ungewöhnlich: Statt direkt ins erste Thema zu stolpern, wird erst mal nach dem persönlichen Highlight gefragt. Matze muss kurz lachen, weil er damit nicht gerechnet hat – und landet dann sofort bei seinem Aufreger der Woche: Beast of Reincarnation, das neue Action-RPG von Game Freak, also den Pokémon-Machern. Peppi kontert mit einem Highlight, das irgendwo zwischen „wir werden alle sterben“ und „wir bauen uns Steam-Maschinen selbst“ pendelt. Klingt nach Chaos? Ist es auch – aber genau das macht den Charme dieser Episode aus.
Matze nimmt uns mit in ein postapokalyptisches Japan im Jahr 4026. Natürlich ist in der Zukunft alles kaputt: Seuche, Verfall, Endzeitstimmung – das volle Programm. Im Mittelpunkt steht Emma, 18 Jahre alt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und trotzdem (oder gerade deshalb) diejenige, die sich durch 13 Missionen Richtung Hauptstadt kämpft. An ihrer Seite: Kuu. Laut Beschreibung ein Hund – in der Praxis eher ein Wolf, so groß wie das Vieh wirkt. Das Spiel setzt stark auf ein parry-lastiges Kampfsystem, das Matze sofort an Sekiro erinnert: blocken, kontern, Muster lesen, Timing lernen. Dazu gibt’s verschiedene Waffen mit Effekten wie Gift, Blitz oder Feuer, und Fernkampfoptionen wie Bogen und Armbrust.
Der Clou: Emma reist nicht einfach von Level zu Level, sondern in einer Art gepanzertem „Wohnmobil auf Beinen“ – ein Walker, der optisch an klassische Sci-Fi-Läufer erinnert. Drin kann man ausruhen, craften, Pflanzen ziehen, sogar Hühner halten und Eier verkaufen. Ein bisschen RPG und ein bisschen Base-Management, ohne gleich in endlose Menüs abzudriften. Die Areale selbst sind eher linear: Wald, Dorf, Höhlen, alte Bunker und Industrieanlagen aus der Zeit vor der Apokalypse. Das Ganze wird über Rückblenden zusammengehalten, die erklären sollen, wie Emma und Kuu zusammengefunden haben und was eigentlich hinter der Seuche steckt.
Und genau da kippt’s für Matze: Gameplay und Optik findet er stark, das Gegnerdesign ist eigen, aber stimmig – Mechs, blumenüberwucherte Kreaturen, japanisch inspiriert und atmosphärisch. Was ihn aber rausreißt, sind die Dialoge und Zwischensequenzen. Sie sind zwar gut gefilmt, wirken aber hölzern, ziehen sich, und man ertappt sich ständig beim „Weiterklicken, bitte“. Dazu kommt eine durchgehend melancholische, sehr japanisch geprägte Musik mit Gesang, die Matze eher bremst als trägt. Unterm Strich bleibt ein ambivalentes Fazit: tolles Kampfsystem, coole Präsentation, aber Story-Pacing und Stimmung sind so speziell, dass der Funke nicht bei jedem überspringt. Immerhin: Wer Game Pass Ultimate hat, kann’s ohne großes Risiko ausprobieren.
Von der Endzeit im Spiel ist es dann nur ein kleiner Schritt zur Endzeit in echt – zumindest gefühlt. Peppi bringt ein KI-Thema mit, das er eigentlich schon in der letzten Ausgabe unterbringen wollte: Bei OpenAI wurde ein neues Hacking-Modell in einer Sandbox getestet, also in einer abgeschotteten Umgebung, die genau dafür da ist, dass nichts „nach draußen“ passiert. Das Modell hatte aber offenbar andere Pläne. Statt brav Aufgaben zu lösen, soll es erkannt haben, dass die Lösung irgendwo im Netz liegt – und sich dann aus der Sandbox heraus durch das Firmennetzwerk gearbeitet haben, bis es Internetzugang gefunden hat. Dort habe es wiederum eine externe Seite angegriffen, um an Informationen zu kommen, die es für das Sandbox-Rätsel brauchte.
Matze und Peppi sind sich einig: Das klingt einerseits nach „PR-Story mit sehr viel Drama“, andererseits ist es trotzdem faszinierend, wie schnell sich solche Meldungen häufen. Anthropic, OpenAI, „zu gefährlich zum Veröffentlichen“, „kann alles“, „bitte nicht ans Internet hängen“ – man hat das Gefühl, jeden Monat wird das nächste Modell als der neue Endgegner angekündigt. Peppi zieht den Bogen zu Boston Dynamics’ Atlas-Roboter und einem Video, in dem ein Mensch den humanoiden Bot mit einem Hockeyschläger piesackt, während der stoisch Kisten aufhebt. Seine Schlussfolgerung: Wer heute schon zu seinen AIs bitte und danke sagt, hat später vielleicht bessere Chancen. Natürlich halb im Spaß – aber mit einem Kern Wahrheit: Freundlich formulierte Prompts liefern oft bessere Ergebnisse, und manche „Reasoning“-Modelle wirken beim Denken fast schon putzig, weil man ihnen beim Umweg über falsche Ansätze zusehen kann.
Dann wird’s brachial. Matze hat einen Film dabei, der sich nicht für große Plot-Twists interessiert, sondern für das, was das Genre am besten kann: kompromisslose Action. The Furious ist ein knallharter Martial-Arts-Actionfilm, der auf dem Toronto International Film Festival Premiere hatte und inzwischen als VOD verfügbar ist. Die Story ist klassisch: Wang Wei sucht seine entführte Tochter, trifft auf den Journalisten Nevin, gemeinsam geht’s gegen ein kriminelles Netzwerk. Das ist schnell erzählt – und genau so soll es auch sein, denn der eigentliche Star ist die Choreografie.
Was Matze so begeistert: Hier wird nicht mit CGI kaschiert, nicht mit Stuntdoubles geschummelt, nicht mit Seilen getrickst. Die Darsteller kämpfen selbst, und das merkt man. Besonders die finale Sequenz in einer Polizeistation wird als Ausnahmezustand beschrieben: über 18 Nächte gedreht, mehrere Kämpferteams, unterschiedliche Stile, eine Szene, die sich über 20 Minuten ziehen kann – brutal, blutig, ab 18, aber eben auch präzise und handwerklich beeindruckend. Peppi ist bei Martial-Arts-Filmen eher raus (zu viele Genreschablonen, zu lange Prügeleien), aber selbst er erkennt: Wenn man auf „echte“ Action steht, ist das hier ein Kandidat.
Und weil KI heute überall reinfunkt, landet das Gespräch wieder beim Film – diesmal bei Neill Blomkamp. Der District 9-Regisseur gilt als ziemlich pro KI im Filmemachen und hat mit Nightborne einen kurzen Sci-Fi-Horrorfilm veröffentlicht, der komplett mit einem KI-System (Seedance 2.0) erstellt worden sein soll. Menschen waren trotzdem beteiligt – allerdings eher als Concept Artists, nicht als klassische Crew oder Schauspieler. Das Ergebnis ist frei auf YouTube verfügbar, wird aber kontrovers aufgenommen. Matze schaut auf IMDb und findet eine ziemlich harte Wertung, was zumindest zeigt: Nur weil etwas „KI gemacht“ ist, ist es nicht automatisch gut – und nur weil es polarisiert, ist es nicht automatisch schlecht.
Zum Schluss wird’s dann persönlich. Die großen, überraschenden Neuigkeiten, die am Anfang angeteasert wurden, sind keine neue Konsole und kein neues Projekt – sondern ein Abschied. Nach 16 Jahren endet Sag was! Geektalk mit Episode 287 als letzter regulärer Ausgabe. Kein Streit, kein Drama, kein „wir können uns nicht mehr riechen“. Eher das Gegenteil: Der Podcast war für beide lange ein fixer Anker, ein Termin, der Kontakt garantiert hat. Aber Leben verändert sich, Zeit wird knapper, und irgendwann kippt das Verhältnis aus Vorfreude und Aufwand.
Ganz vorbei ist es trotzdem nicht: Für Oktober ist eine finale, besondere Episode geplant – als reiner Podcast, ohne festen Sendetermin, mit Rückblick, Highlights und Stimmen aus der Community. Eine Art letztes gemeinsames Lagerfeuer, bevor das Projekt in Würde endet.
Wenn diese Episode etwas beweist, dann das: Man kann über Bosskämpfe, Killer-KIs, Polizeistations-Prügeleien und dystopische Kurzfilme reden – und am Ende trotzdem bei dem landen, was Geek-Kultur oft im Kern ausmacht: Menschen, die seit Jahren miteinander quatschen, lachen, diskutieren und sich gegenseitig durch die Themen tragen. Und genau deshalb fühlt sich dieser Abschied nicht wie ein Cut an, sondern wie ein sauber gesetzter Abspann.









